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6. Februar 2013 - Zeitgeschichte im Zentrum - Erinnerungsorte zwischen Harz und Leine kooperieren

v.l.n.r.: Tilmann Siebeneicher (KZ-Gedenkstätte Moringen), Dr. Jens-Christian Wagner (KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora), Heinrich Hörnschemeyer (Grenzdurchgangslager Friedland) und Horst Dornieden (Grenzlandmuseum Eichsfeld). Foto:Froese-Karow  
v.l.n.r.: Tilmann Siebeneicher (KZ-Gedenkstätte Moringen), Dr. Jens-Christian Wagner (KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora), Heinrich Hörnschemeyer (Grenzdurchgangslager Friedland) und Horst Dornieden (Grenzlandmuseum Eichsfeld). Foto:Froese-Karow

Zeitgeschichte im Zentrum

Projekt Museum Friedland vertieft grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit historischen Erinnerungsorten in Südniedersachsen und Nordthüringen

Vier Orte - eine Geschichtslandschaft: Unter dem Motto "Zeitgeschichte im Zentrum" haben die KZ-Gedenkstätten Mittelbau-Dora und Moringen, das Grenzdurchgangslager Friedland und das Grenzlandmuseum Eichsfeld einen gemeinsamen Arbeitsverbund ins Leben gerufen. Bei einer Pressekonferenz in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora erläuterten die Leiter der vier Institutionen die Ziele ihrer engeren Zusammenarbeit. Dabei stellten sie ein neues Faltblatt vor, mit dem sich die vier historischen Einrichtungen ihren Besuchern nun gemeinsam präsentieren.

Konkret sieht der neue Arbeitsverbund der vier beteiligten Museen und Gedenkstätten gemeinsame Informationsbroschüren, Publikationen und pädagogische Programme für Besuchergruppen vor. Zudem soll bald ein gemeinsames Internetportal entstehen. Der inhaltliche und institutionelle Austausch zwischen den vier Häusern soll gleichermaßen das fachwissenschaftliche und das touristische Publikum ansprechen. Besucher sollen in allen vier Einrichtungen Hinweise auf die jeweils anderen drei Erinnerungsorte in der Region zwischen Südniedersachsen und Nordthüringen erhalten. "Damit kommen wir einem gemeinsamen Bildungsauftrag nach und starten die grenzüberschreitende Zusammenarbeit noch vor der Eröffnung des Museums Friedland im Herbst 2014“, sagte Oliver Krüger, Projektleiter Museum Friedland im niedersächsischen Innenministerium. „Thematische Führungen zur Geschichte des Grenzdurchgangslagers Friedland unter Einbindung der historischen Bestandsbauten wie der Interimsausstellung in der Nissenhütte und zur Friedlandglocke werden bereits heute angeboten“, erläutert der Leiter des Grenzdurchgangslagers Friedland Heinrich Hörnschemeyer.

Jede der beteiligten Institutionen bleibt auch in Zukunft unabhängig und behält weiterhin ihren eigenen thematischen Schwerpunkt bei: die KZ-Gedenkstätten Mittelbau-Dora und Moringen für die Zeit bis 1945, das geplante Museum im Grenzdurchgangslager Friedland (Eröffnung im Herbst 2014) und das Grenzlandmuseum Eichsfeld für die Nachkriegszeit. Doch gerade in dieser historischen Vielfalt sehen die Leiter der vier Einrichtungen zahlreiche Verbindungslinien: "Uns geht es darum, ein grenzüberschreitendes Bewusstsein für die vielen zeitgeschichtlichen Ereignisse und Entwicklungen in der Region zwischen Harz und Leine zu wecken", so Krüger.

Gleich in mehrfacher Hinsicht präsentiert sich der neue Arbeitsverbund grenzüberschreitend: Vier Erinnerungsorte aus zwei Bundesländern, beiderseits der ehemaligen innerdeutschen Grenze gelegen, gehen nun gemeinsame Wege. Die zeitliche Verbindung über das Jahr 1945 hinweg ermöglicht einen langen Blick auf das 20. Jahrhundert, ohne dabei einzelne historische Themen zu relativieren oder historische Verbrechen gegeneinander aufzurechnen.

Das neue Faltblatt "Zeitgeschichte im Zentrum" liegt ab sofort in allen vier historischen Einrichtungen aus und steht zum download unter folgendem link zur Verfügung:

Faltblatt (PDF)

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